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Unfreiwilliger Deinkingtest: Flüssigtoner-Drucke verursachen erheblichen Schaden in PapierfabrikZum ersten Mal führte eine neue digitale Drucktechnik, die sich nicht mit dem gängigen Papierrecycling verträgt, zu einem erheblichen Produktionsausfall in einer Papierfabrik. Schon lange hatten Experten angenommen, dass kleine Schnipsel aus Flüssigtonerfilmen, wie sie bei HP-Indigo-Drucken vorliegen, sich beim Papierrecycling nur schwer entfernen lassen. Im Jahr 2001 veröffentlichte die INGEDE die erste Pressemitteilung, in der sie auf diese Probleme hinwies. Allerdings reichten die Versuche in Labors und Pilotanlagen bisher nicht aus, um solche Drucke aus dem Rohstoff der deinkenden* Papierfabriken zu verbannen. Man hatte vermutet, dass diese Belastung bei ausreichender Verdünnung zu bewältigen wäre.
Der Anteil dieser Drucke lag bei weniger als drei Prozent im gesamten Rohstoff. Deshalb musste das verbleibende Material während der folgenden Wochen sorgfältig weiter verdünnt und beobachtet werden, um erneute Schäden zu vermeiden. Die betroffene Papierfabrik betreibt die aufwändigste Deinkinganlage Europas mit zwei Flotationsstufen und zwei Dispergern, die schon mit hoher Leistungsaufnahme betrieben wurden. Der Papierfabrik entstand allein durch den Produktionsausfall ein Schaden von mehr als 100.000 Euro, nicht eingerechnet die weiteren Kosten wie Stillstandzeiten und zusätzliche Tests.
Original-Indigo-Proben aus dem Altpapier ins Labor gebracht – nach dem Auflösen (links) und nach zwei Flotations- und einem Dispersionsschritt. Flüssigtoner-Drucke nicht ins grafische AltpapierAls Folge werden Flüssigtoner-Drucke nicht mehr mit für das Deinking bestimmtem Altpapier angenommen; sie sind lediglich für die Produktion von Wellpappenrohstoff geeignet. In anderen Papierfabriken, wo weniger technischer Aufwand beispielsweise für die Produktion von Zeitungsdruckpapier betrieben wird, hätte eine vergleichbare Altpapierladung noch höhere Qualitätsprobleme verursachen können. Auch bei Hygienepapieren sind Schmutzpunkte unerwünscht. Die INGEDE und ihre Mitgliedsfirmen werden nun den Altpapierhandel darauf hinweisen, Druckereiabfälle von Indigo-Druckern nur getrennt von anderer Makulatur anzunehmen und direkt der Wellpappenherstellung zuzuführen. Die INGEDE wurde 1989 als Zusammenschluss führender europäischer Papierhersteller gegründet. Ziel der INGEDE ist es, die Verwertung von hellem Altpapier (Zeitungen, Zeitschriften und Büropapiere) zu neuem grafischem Papier und zu Hygienepapieren zu fördern und die Rahmenbedingungen für einen erhöhten Altpapiereinsatz zu verbessern. * Als Deinking bezeichnet man die Entfernung der Druckfarbe beim Papierrecycling. 25. November 2010 Weitere Links hierzu:
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